Fortsetzung unserer Serie zu lebensmittelsicherheitsrelevanten Tintenstandards
Wir veröffentlichen separate Blogs, in denen jeder Standard näher erläutert wird und gezeigt wird, wie unsere Lösungen für das Tintenmanagement bei der Einhaltung unterstützen. Lesen Sie auch unsere bisherigen Beiträge zu Housekeeping und Reinigung, Gefahrenanalyse und Risikomanagement, Dokumentation und Aufzeichnungen, Rückverfolgbarkeit, Wartung von Anlagen, Abfall und Entsorgung sowie Good Manufacturing Practices.
Dieser Blog befasst sich mit dem achten Standard: Kalibrierung und Kontrolle von Messmitteln.
Im Lebensmittelverpackungsdruck sind präzise Mess- und Überwachungsgeräte entscheidend für Produktsicherheit und Qualität. Typische Messmittel sind Waagen, Viskositätsmessgeräte, pH-Meter, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren sowie Farbmesstechnik. Beim Tintendosieren umfasst die Kalibrierung zwei wesentliche Ebenen: das gesamte System (Software, Steuerung, Pumpen und Ventile) und die Waage, die eine exakte Dosierung sicherstellt. Beide Ebenen sind entscheidend für reproduzierbare Farben und die Einhaltung von Lebensmittelsicherheitsstandards.
In diesem Blog erläutern wir die relevanten Anforderungen der von GFSI anerkannten Systeme (BRCGS, SQF und FSSC 22000) und zeigen, wie unsere Produkte und Services dabei helfen, diese zu erfüllen.
Kalibrierungsanforderungen in den drei Lebensmittelsicherheits-Managementsystemen
Die Kriterien für Kalibrierung und Kontrolle von Messmitteln finden sich in:
- Abschnitt 5.5 des BRC Global Standard (BRCGS) for Packaging Materials
- Abschnitt 1.13 von FSSC 22000 (Food Safety System Certification)
- Abschnitt 13.2.3 von Safe Quality Food (SQF)
Identifikation und Kontrolle von Messgeräten
Mess- und Überwachungsgeräte, die für die Lebensmittelsicherheit kritisch sind, müssen eindeutig identifiziert, in einem Register erfasst und vor Beschädigung oder unbefugter Verstellung geschützt werden. Dieses Register sollte enthalten:
- Geräte-ID und Standort
- Kalibrierintervall, -methode und Fälligkeit
- Akzeptanzkriterien sowie Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen
Kalibrierpraxis
Die Kalibrierung muss erfolgen:
- In festgelegten Intervallen, basierend auf Risikoanalysen oder gesetzlichen bzw. herstellerseitigen Vorgaben
- Durch geschultes internes Personal oder qualifizierte externe Dienstleister
- Unter Verwendung nationaler oder internationaler Normale oder – falls nicht möglich – begründeter alternativer Methoden
Kalibrieraufzeichnungen müssen dokumentiert, sicher aufbewahrt und jederzeit verfügbar sein.
Abweichungen und Korrekturmaßnahmen
Es müssen Verfahren vorhanden sein, um mit Messgeräten umzugehen, die außerhalb der Spezifikation liegen. Dazu gehören:
- Bewertung möglicher Auswirkungen auf das Produkt
- Isolierung, Sperrung oder erneute Prüfung betroffener Produkte
- Ursachenanalyse sowie Umsetzung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen
Kalibrierung von Dosiersystemen und Machine Learning: A.I. your inks!
In unserem Blog Ink dispensing: the basics erläutern wir, dass eine hochpräzise Waage das Herzstück jedes GSE-Tintendosiersystems ist. Unsere gravimetrischen Dosiersysteme basieren auf einer ausgeklügelten Systemarchitektur, in der Steuerung, Elektronik, Pneumatik, Pumpen, Dosierventile und Waage präzise zusammenspielen.
Beim gravimetrischen Tintendosieren sind zwei Bewegungsphasen entscheidend: Flow und Fall.
- Flow bezeichnet die aktive Phase, in der die Tinte über Ventile in den Mischbehälter gepumpt wird.
- Fall beschreibt die Phase nach dem Stoppen der Pumpe und dem Schließen der Ventile.
Mithilfe von Machine-Learning-Funktionen optimiert unsere Software die Flow- und Fall-Parameter unter Berücksichtigung von Umgebungsfaktoren wie Temperatur – sowohl während des Dosierens als auch der Kalibrierung. So wird stets die richtige Tintenmenge möglichst schnell dosiert, selbst wenn sich durch Umgebungsbedingungen die rheologischen Eigenschaften der Tinte verändern.
Die Systemkalibrierung kann softwareseitig und mechanisch erfolgen. Unsere Ventile sind für die präzise Dosierung von grobem Flow, feinem Flow und Tropfen ausgelegt. Im Kalibrierbildschirm des GSE Ink manager können pro Basiskomponente bis zu fünf Flow-Stufen und zwei Tropfenstufen definiert werden. Zur Überprüfung wird bei jeder Flow-Stufe exakt zehn Sekunden lang dosiert, wobei Flow und Fall automatisch gemessen und kalibriert werden. Auch Tropfenstrom, Ventilöffnungszeit und Tropfengröße werden präzise erfasst.
Liegen die neuen Parameter innerhalb der Spezifikation, können sie gespeichert werden. Andernfalls ist eine mechanische Kalibrierung erforderlich, bei der der Feinfluss des Ventils manuell eingestellt wird, gefolgt von einer erneuten softwarebasierten Überprüfung. Kann ein Ventil nicht innerhalb der Toleranzen kalibriert werden, muss es revidiert oder ersetzt werden.

Ventile in Tintendosiersystemen sind für die präzise Dosierung von grobem Flow, feinem Flow und Tropfen von Farben und Lacken ausgelegt.
Bei der Installation eines neuen Dosiersystems – oder bei einer Neuinstallation bzw. einem Tintenwechsel – führt unser Techniker eine umfassende Systemkalibrierung durch, sowohl softwareseitig als auch mechanisch. Dies gilt ebenso für Serviceeinsätze im Rahmen eines Wartungsvertrags oder als Korrekturmaßnahme.
Nach der Inbetriebnahme kann eine Kalibrierung einzelner Komponenten erforderlich sein, etwa nach dem Austausch oder der Wartung eines Ventils oder einer Pumpe, bei vermuteten Abweichungen oder in festgelegten Intervallen zur Erfüllung der Lebensmittelsicherheitsanforderungen.
In welchem Umfang Kalibrierungen durch eigenes Personal erfolgen, hängt von den internen Richtlinien und Fähigkeiten des Kunden ab. Einige Kunden lassen alle Kalibrierungen ausschließlich durch GSE durchführen. Andere übernehmen die softwareseitige Kalibrierung selbst oder führen mechanische Kalibrierungen unter Anleitung unseres Remote-Support-Teams aus. Größere Unternehmen mit eigener Instandhaltungsabteilung können alle Schritte intern durchführen. Unsere Techniker schulen Ihr Personal entsprechend, um einen sicheren, konformen und effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Unabhängig vom gewählten Ansatz muss Ihre Kalibrierpolitik zur Erfüllung der GFSI-Anforderungen klar dokumentiert sein.
Kalibrierung der Waage
Für GSE-Installationen bieten wir auch einen Kalibrierservice für Waagen an. Mit zertifizierten Prüfgewichten und einem standardisierten Kalibrierbericht überprüfen wir unter anderem Nullstellung, Tara, Anzeige-Stabilität und Wiederholgenauigkeit. Die Belastung wird an fünf Punkten geprüft und mit den Waagenanzeigen verglichen. Abweichungen werden dokumentiert und – sofern möglich – direkt vor Ort korrigiert.
Für Kunden mit Servicevertrag ist diese Kalibrierung einmal pro Vertragslaufzeit im Rahmen eines geplanten Besuchs enthalten.
Fazit: Kalibrierung unter Kontrolle halten
Eine präzise Kalibrierung ist kein technisches Detail, sondern eine zentrale Voraussetzung für die Einhaltung der GFSI-Standards und für sichere Lebensmittelverpackungen. Unabhängig davon, ob Sie die Kalibrierung vollständig an GSE auslagern oder intern durchführen: Die Verfahren müssen klar definiert, dokumentiert und konsequent angewendet werden.
GSE unterstützt Sie mit intelligenten Kalibrierfunktionen im GSE Ink manager, Waagenprüfungen vor Ort und gezielten Schulungen für Ihr Team.
Weiterführende Beiträge auf dem InkConnection-Blog
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Kontaktieren Sie unsere Experten unter info@gsedispensing.com oder besuchen Sie www.gsedispensing.com, um mehr über unsere Service- und Supportangebote zu erfahren.











