Resilienz in der Farbküche in einem unsicheren Markt aufbauen

Verpackungs- und Etikettendrucker arbeiten in einem Markt, in dem Unsicherheit Teil des Tagesgeschäfts geworden ist. Geopolitische Störungen, volatile Rohstoffpreise, sich verändernde Druckfarbentechnologien und strengere Verpackungsvorschriften setzen Produktionsabläufe zunehmend unter Druck.

Für Druckereien wirkt sich dies direkt auf die Verfügbarkeit, den Preis und die Handhabung von Druckfarben, Substraten und anderen Materialien aus. Globale Störungen können sich schnell auf ölbasierte Rohstoffe, Energiekosten und petrochemische Lieferketten auswirken und dadurch Bedenken hinsichtlich Kosten, Verfügbarkeit und Produktionsplanung verursachen.

Gleichzeitig bewegt die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) die Branche in Richtung strengerer Anforderungen an die Kreislauffähigkeit. Eines ihrer Hauptziele ist es, dass alle auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Verpackungen bis 2030 auf wirtschaftlich tragfähige Weise recyclingfähig sind.

Zusammen zeigen diese Entwicklungen, dass Verpackungsdrucker Druckfarben-Workflows benötigen, die effizient, rückverfolgbar und anpassungsfähig sind.

Unsicherheit beginnt bei den Rohstoffen

Viele Druckfarbensysteme für Verpackungen sind von Rohstoffen abhängig, die mit Öl, Lösemitteln, Petrochemie und globalen Transportrouten verbunden sind. Wenn diese Märkte gestört werden, kann sich die Wirkung durch die gesamte Wertschöpfungskette bewegen, von Feedstocks und Harzen bis hin zu Additiven, Substraten und Logistik.

Für Verarbeiter besteht das Hauptrisiko nicht nur in höheren Kosten, sondern in der Unvorhersehbarkeit. Die Produktionsplanung wird schwieriger, wenn eine Druckfarbenserie, ein Rohstoff oder eine Komponente verzögert, eingeschränkt verfügbar oder plötzlichen Preisänderungen unterworfen ist.

Dies ist besonders relevant für Druckereien für flexible Verpackungen, die lösemittelbasierte Druckfarben verwenden. Diese Druckfarben bleiben in vielen Hochleistungsanwendungen für Verpackungen wichtig, unterliegen aber auch Sicherheitsanforderungen, dem Management flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) und der Rohstoffverfügbarkeit. Da sich Vorschriften und Markterwartungen weiter in Richtung kreislauffähiger Verpackungen bewegen, prüfen Verarbeiter zunehmend, ob ihr bestehendes Druckfarbenset und ihr Workflow für die nächste Phase bereit sind.

Regulierung verändert die Definition zukunftsfähiger Verpackungen

Die PPWR spiegelt eine breitere Verlagerung von Einwegverpackungen hin zu kreislauffähigen Materialsystemen wider. Für Verarbeiter bedeutet dies, dass Unsicherheit nicht nur die kurzfristige Materialverfügbarkeit oder Preisgestaltung betrifft, sondern auch die Frage, ob aktuelle Verpackungsstrukturen, Materialentscheidungen und Druckfarbensysteme für künftige Kreislaufanforderungen geeignet sind.

Ein Druckfarbentyp allein bestimmt nicht, ob eine Verpackung recyclingfähig ist. Flexible Verpackungen hängen von der gesamten Struktur ab, einschließlich Substraten, Barriereschichten, Klebstoffen, Beschichtungen, Pigmenten, Druckfarbenbindemitteln und dem verwendeten Recyclingstrom.

Da Design-for-Recycling-Anforderungen strenger werden, wird die Druckfarbenchemie zu einem wichtigeren Teil der Diskussion. Nitrocellulosefreie (NC-freie) Druckfarbentechnologien gewinnen an Aufmerksamkeit, da sie potenziell mit Recyclingströmen für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) kompatibel sind, während NC-basierte Druckfarben im lösemittelbasierten Flexo- und Tiefdruck weiterhin weit verbreitet sind.

Für Verarbeiter ist die Herausforderung klar: Die Produktion muss heute stabil bleiben, während die Farbküche morgen möglicherweise unterschiedliche Druckfarbensysteme, Lieferanten oder Materialanforderungen unterstützen muss.

Abfallreduzierung ist auch Risikoreduzierung

In unsicheren Zeiten verursacht jedes Kilogramm vermeidbarer Druckfarbenabfälle zusätzliche Kosten. Übermischen, manuelle Farbkorrektur, unzureichende Kontrolle von Restfarben und ungenutzte Restmengen sind nicht mehr nur Effizienzprobleme; sie wirken sich direkt auf Materialverfügbarkeit, Margen und Produktionssicherheit aus.

Automatisches Dosieren von Druckfarben hilft, dieses Risiko zu reduzieren, indem für jeden Auftrag die benötigte Druckfarbenmenge mit wiederholbarer Genauigkeit produziert wird. Spezielle Software kann dabei helfen, anhand des Druckdesigns zu berechnen, wie viel von jeder Farbe für den Auftrag benötigt wird. Das Management von Restfarben bietet eine zusätzliche Kontrollebene, indem zurückgeführte Druckfarben aus der Presse einfacher identifiziert, gelagert und sicher wiederverwendet werden können.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Hardware anzupassen. Modulare Dosiersysteme können beispielsweise mit einer Absaugeinheit am Dosierkopf ausgestattet werden, um Lösemitteldämpfe aufzufangen und wiederzuverwenden.

Druckfarbenwechsel erfordern kontrollierte Planung

Der Wechsel von einem Druckfarbensystem zu einem anderen, zum Beispiel von NC-basiert zu NC-frei oder von lösemittelbasierten zu wasserbasierten Druckfarben, ist in vielen Fällen möglich, muss aber sorgfältig geplant werden.

Lösemittelbasierte Systeme bieten im Allgemeinen mehr Flexibilität bei der Bewertung wasserbasierter oder alternativer Druckfarbensysteme, während umgekehrte Umstellungen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erfordern. Eine schrittweise Übergangsplanung ist daher wichtig, um Risiken zu reduzieren, vorhandene Bestände zu nutzen und unnötige Abfälle zu vermeiden.

Dies gibt Druckereien mit lösemittelbasierten Druckfarben mehr Flexibilität, wasserbasierte Druckfarben oder alternative Druckfarbensysteme zu bewerten. Da lösemittelbasierte Rohstoffe unter Druck stehen, kann ein schrittweiser Übergang prüfenswert sein. Er kann Risiken reduzieren, vorhandene Druckfarbenbestände besser nutzen und helfen, unnötige Abfälle zu vermeiden.

Modulare Dosierer passen sich veränderten Druckfarbenanforderungen an

Eine praktische Möglichkeit, einen Druckfarbenübergang zu steuern, besteht darin, zwei Druckfarbensets auf einem modularen Dosiersystem zu betreiben. Ein Colorsat Compact kann beispielsweise so konfiguriert werden, dass Verarbeiter bestehende Druckfarben weiterverwenden und gleichzeitig schrittweise eine neue Druckfarbenserie einführen können.

Dies kann erfolgen, indem eine Seite der Maschine für ein Druckfarbenset und die andere Seite für ein anderes verwendet wird, zum Beispiel 16 Komponenten links und 16 Komponenten rechts. Dadurch entsteht eine kontrollierte Brücke zwischen dem aktuellen Workflow und der künftigen Druckfarbeneinrichtung.

Eine solche Konfiguration kann einen schrittweisen Wechsel von lösemittelbasierten zu wasserbasierten Druckfarben unterstützen, das Testen eines neuen Druckfarbenlieferanten ermöglichen, Druckfarbentechnologien trennen, vorhandene Bestände aufbrauchen und Flexibilität während Rohstoffunsicherheit erhalten.

Das modulare Design von GSE ermöglicht es außerdem, bestehende Systeme bei Bedarf mit zusätzlichen Komponenten, anderen Pumpen, Rührwerken oder Heizeinheiten anzupassen. Dies trägt dazu bei, die Nutzungsdauer der Maschine zu verlängern und vorhandene Anlagen flexibler zu machen, wenn sich Marktbedingungen ändern.

Eine längere Maschinenlebensdauer fördert Resilienz

Die Branche beginnt zu erkennen, dass Lebenszyklusdenken nicht nur eine Nachhaltigkeitsfrage ist, sondern auch eine strategische. Durch Remanufacturing, Refurbishment, Upgrades und Wartung kann die Lebensdauer von Anlagen mehr als 20 Jahre betragen, wodurch Kreislauffähigkeit unterstützt und die Abhängigkeit von knappen Ressourcen verringert wird.

In einem Umfeld, das durch geopolitische Spannungen und Instabilität in Lieferketten geprägt ist, ist die Verlängerung der Anlagenlebensdauer nicht nur ökologisch verantwortungsvoll, sondern auch entscheidend für die Betriebssicherheit.

Das Extended Life Program von GSE bietet einen strukturierten Ansatz zur Maximierung der Lebensdauer von Dosieranlagen durch Remanufacturing, Refurbishment, Upgrades und lebenslange Unterstützung.

Ein Beispiel für einen überholten GSE Colorsat Compact

Resilienz in der Farbküche aufbauen

Instabilität in Lieferketten könnte durchaus zur „neuen Normalität“ werden. Verarbeiter, die in schlanke, anpassungsfähige und digital vernetzte Druckfarbenlogistik investieren, sind besser positioniert, um nicht nur Kosten und Abfälle zu reduzieren, sondern auch bei Störungen effektiv weiterzuarbeiten.

Jetzt ist der Zeitpunkt, die Kontrolle über Ihren Druckfarben-Workflow zu übernehmen. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie unsere Lösungen Ihre Resilienz stärken und Ihren Betrieb zukunftssicherer machen können.

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