Maßgeschneiderte Digitalisierung und Automatisierung Ihres Farbworkflows

Wie modulares Denken und Visualisierung jeden Konverter stärken

Wie wir in unserem Labelexpo-Rückblick im letzten Monat berichteten, war die Botschaft klar: Die Branche erkennt, dass Automatisierung und Digitalisierung entscheidend sind, um in den Wertschöpfungsketten der Verpackungs- und Etikettendruckindustrie von morgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Über die Steigerung der Effizienz hinaus sind diese Technologien der Schlüssel, um nachhaltig, regelkonform und agil in einer schnelllebigen, regulierten Lieferkette zu agieren – und eine neue Generation von Talenten anzuziehen, die intelligentere Arbeitsweisen erwartet.

Was Automatisierung und Digitalisierung in der Farblogistik bedeuten

Automatisierung eliminiert repetitive Produktions- oder Verwaltungstätigkeiten ohne menschliches Eingreifen. In der Farblogistik kann dies das automatische Dosieren und Mischen von Rezepturen, das Handling von Farbbehältern, das Wiegen und Verarbeiten von Rückfarben oder die Erfassung von Chargendaten bedeuten. Das Ergebnis ist eine konsistentere, schnellere und zuverlässigere Qualität – während Bediener sich auf wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren können.

Digitalisierung geht noch einen Schritt weiter. Sie vernetzt Anlagen, Datensysteme und Workflows, sodass Informationen zu Materialien, Aufträgen und Leistung nahtlos durch den Prozess fließen – vom Farbdosieren über den Druck, die Qualitätskontrolle bis hin zur Berichterstattung. In der Praxis bedeutet dies Echtzeit-Transparenz über Farbbestände, sofortigen Zugriff auf Rezepturen, Import von Farbanforderungen sowie automatisierte Rückverfolgbarkeit und Kostenberechnung jeder Charge. Das reduziert den administrativen Aufwand, stärkt die Compliance und ermöglicht schnellere, fundiertere Entscheidungen.

Ein Ziel, viele Wege

Der Weg zu einem automatisierten und digitalisierten Farbworkflow sieht in jedem Unternehmen anders aus. Die treibenden Faktoren – etwa regulatorische Compliance, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Optimierung der OEE oder Time-to-Market – hängen von Ihren Zielmärkten ab. Ebenso beeinflussen verfügbare Ressourcen und Unternehmenskultur Ihren Weg der Digitalisierung und Automatisierung.

Für manche beginnt die Automatisierung mit einem einzelnen Dosiersystem, um manuelles Farbmischen zu eliminieren. Für andere ist der erste Schritt die Einführung einer Software zur Erfassung des Farbverbrauchs oder zur Chargen-Rückverfolgbarkeit. Unabhängig vom Einstieg bleibt das Ziel gleich: höhere Effizienz, Transparenz und Sicherheit bei jeder Charge, die an die Druckmaschine geht.

Warum schrittweises Vorgehen sinnvoll ist

Die digitale Transformation muss nicht auf einmal erfolgen. Man kann sie sich wie eine Treppe in einem Diagramm vorstellen. Entlang der x-Achse steigt der Automatisierungsgrad – vom einfachen Tisch-Dosierer bis zur vollautomatischen Farbküche mit integrierten Förderern, Mischern und Wiegestationen. Entlang der y-Achse wächst die Digitalisierung – von einer eigenständigen Dosiersteuerung bis zur vollständigen Systemintegration, bei der Farbdaten unternehmensweit sofort verfügbar sind. Jede Stufe steht für einen praktikablen, erreichbaren Schritt hin zu intelligenterem, vernetztem Farbmanagement.

Ein inkrementeller Ansatz bietet folgende Vorteile:

  • Geringeres finanzielles Risiko: Ein begrenztes Hardware- oder Softwarepaket reduziert Anfangsinvestitionen und beschleunigt den ROI.
  • Beherrschbare Lernkurve: Neue Systeme erfordern neue Gewohnheiten. Ein schrittweiser Start erleichtert Anpassung, Fehlerbehebung und Etablierung bewährter Prozesse.
  • Bedarfsgerechte Investition: Jeder Schritt orientiert sich an Wachstum und Prioritäten – Technologie unterstützt den Workflow, nicht umgekehrt.

Modulares Design als Schlüssel

Modularität macht diesen Ansatz möglich. Ein modulares System besteht aus austauschbaren Komponenten mit standardisierten Schnittstellen oder aus Softwaremodulen, die später ergänzt, erweitert oder neu konfiguriert werden können. Ein Colorsat-Dosierer kann beispielsweise mit wenigen Basisfarben starten und später um weitere Komponenten, eine separate Wiegestation oder leistungsstärkere Pumpen erweitert werden. Ebenso kann die GSE Ink Manager Software mit Rezepturverwaltung beginnen und später Module für Bestandskontrolle, Rückverfolgbarkeit, Reporting oder ERP-Integration hinzufügen.

Diese Flexibilität ermöglicht eine Skalierung im eigenen Tempo, vermeidet unnötige Kosten oder Stillstandzeiten und vereinfacht Service, Schulung und Upgrades – eine zukunftssichere Lösung, die mit dem Unternehmen wächst.

Digitalisierung für alle zugänglich

Es gibt keinen einheitlichen Fahrplan zur Digitalisierung der Farblogistik. Jeder Konverter geht seinen eigenen Weg. Mit modularen, skalierbaren Lösungen und der Expertise eines erfahrenen Partners sind Automatisierung und Digitalisierung jedoch für alle erreichbar. Ob klein begonnen oder groß gedacht – jeder Schritt führt zu einer intelligenteren, nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Druckproduktion.