Vom Behälter zur Farbe: Haltbarkeitsmanagement von Farben für hochwertige Ergebnisse

Vom Behälter zur Farbe: Haltbarkeitsmanagement von Farben für hochwertige Ergebnisse


In der Verpackungsindustrie spielt die Haltbarkeit von Farben eine entscheidende Rolle für die Sicherstellung der Produktqualität, die Reduzierung von Abfall und die Einhaltung gesetzlicher Sicherheitsanforderungen. Ob lösemittelbasierte, wasserbasierte oder UV-härtende Farben – jeder Farbtyp besitzt eine eigene Haltbarkeit, die von Faktoren wie Pigmentstabilität und Lagerbedingungen bestimmt wird. Nach dem Öffnen eines Behälters kann sich die Lebensdauer der Farbe verkürzen, und ihre Leistung kann durch Luftkontakt und Verunreinigungen beeinträchtigt werden. Das Management von Verfallsdaten ist daher unerlässlich, um gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen und potenzielle Probleme zu vermeiden – insbesondere bei Farben, die für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden.

In diesem Blog erläutern wir, wie das Erfassen von Verfallsdaten und der Einsatz von Softwarelösungen wie
GSE Traceability
Ihre Prozesse verbessern können. So lassen sich beispielsweise die Verfallsdaten geöffneter Behälter aktualisieren und – noch wichtiger – automatisch das früheste Ablaufdatum ermitteln, wenn Basisfarben oder Rücklauffarben zu einer neuen Sonderfarbe gemischt werden. Wir zeigen, wie ein proaktives Haltbarkeitsmanagement von Farben Ihrem Unternehmen zugutekommt und kostspielige Fehler vermeidet.

Haltbarkeit von Verpackungsfarben

Alle Materialien altern im Laufe der Zeit. Viele Polymere, wie Beschichtungen und Farben, verändern dabei ihre Eigenschaften. Die auf einem neuen Farbbehälter angegebene Haltbarkeit beschreibt den Zeitraum, in dem das Material für den vorgesehenen Zweck geeignet bleibt. Dieser Zeitraum wird durch spezifische Anforderungen definiert, die das Material erfüllen muss. Druckereien erwarten von einem bestimmten Farbtyp konsistente und reproduzierbare Ergebnisse – was nur dann möglich ist, wenn alle übrigen Bedingungen, wie Substrat und Maschineneinstellungen, konstant bleiben.

Die Haltbarkeit wird unter anderem durch die Pigmentstabilität und mögliche chemische Abbauprozesse bestimmt. Eine sachgerechte Lagerung ist daher entscheidend. Farben sollten in einer trockenen und stabilen Umgebung gelagert werden, fern von direkter Sonneneinstrahlung und bei geeigneten Temperaturen, wobei Extreme wie Frost oder übermäßige Hitze zu vermeiden sind.

Unter diesen Bedingungen liegt die Haltbarkeit von Verpackungsfarben in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten ab Herstellungsdatum, kann jedoch je nach Farbtyp und Hersteller variieren. Generell weisen beispielsweise lösemittelbasierte Farben eine längere Haltbarkeit auf als UV-härtende Farben.

Verfallsdatum nach dem Öffnen eines Farbbehälters

Nach dem Öffnen eines Behälters kommt die Farbe mit Luft und potenziellen Verunreinigungen in Kontakt. Dies kann dazu führen, dass die Farbe antrocknet, eindickt oder chemisch abbaut. Daher ist es wichtig, Behälter nach jedem Gebrauch stets fest zu verschließen.

Ihr Farblieferant kann Auskunft darüber geben, wie lange eine Farbe nach dem erstmaligen Öffnen gelagert werden darf. Dieser Zeitraum liegt in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten.

Topfzeit: Haltbarkeit nach dem Mischen von Basisfarben und der Wiederverwendung von Rücklauffarben

Sonderfarben können entweder fertig gemischt bezogen oder
durch das Kombinieren von Basisfarben und Lacken gemäß einer Rezeptur hergestellt werden.
Werden Farben manuell oder automatisch gemischt, bestimmt die Zutat mit dem frühesten Verfallsdatum die sogenannte „Topfzeit“ der fertigen Mischung.

Wenn
Rücklauffarben wiederverwendet werden
und zusammen mit frischen Basisfarben in eine Sonderfarbe einfließen, muss das Verfallsdatum des Rücklauffarbbehälters bei der Bestimmung der Topfzeit der neu gemischten Charge berücksichtigt werden.

Erfassung von Haltbarkeit und Verfallsdaten zur Berechnung der Topfzeit

Ohne geeignete Software ist es nahezu unmöglich, diese Verfallsdaten zuverlässig zu erfassen und Farben rechtzeitig vor ihrem Ablauf zu verwenden. Aus diesem Grund haben wir diese Funktionalität in unsere Software integriert.

Mit
GSE Traceability
können Sie die Haltbarkeit neuer Behälter mit Basisfarben in der Datenbank erfassen – optional durch das Scannen des Etiketts.

Sobald ein Behälter geöffnet ist, kann das Verfallsdatum angepasst werden, sofern die verbleibende Zeit nach dem Öffnen kürzer ist als die ursprüngliche Haltbarkeit. Nach dem Speichern kann dieses Datum nicht mehr geändert werden.

Beim Mischen mehrerer Zutaten ermittelt die Software automatisch das früheste Verfallsdatum und speichert dieses als Topfzeit in der Datenbank. Die optionale
GSE Return Ink Management Software
berücksichtigt zudem die Verfallsdaten der Rücklauffarben. So ist sofort ersichtlich, ob Rücklauffarben die Topfzeit bestimmen.

Softwarefunktionen und Etiketten helfen, Farben rechtzeitig zu verwenden

Die GSE-Software zeigt Verfallsdaten in verschiedenen Ansichten und Übersichten an, darunter Maschinenbestand, Lagerfässer, Rücklauffarben und Dosierhistorie. Abgelaufene Farben werden zur einfachen Identifikation deutlich in Orange hervorgehoben.


Maschinenbestand im GSE Ink Manager

Rasterfunktionen wie Sortieren oder Filtern nach Verfallsdatum helfen dabei, Farben zu priorisieren und sicherzustellen, dass sie vor Ablauf verwendet werden.

Bei der Registrierung von Farben mit
GSE Advanced Logistics
kann das Verfallsdatum gescannt oder manuell eingegeben und anschließend auf dem Lagerfassetikett ausgedruckt werden.

Wird ein neues Fass an das Dosiersystem angeschlossen oder zum Befüllen verwendet, kann das Verfallsdatum manuell eingegeben oder vom Lagerfass übernommen und auf dem Befüll- bzw. Austauschlabel gedruckt werden. Werden Farbreste aus dem zuvor angeschlossenen Fass übernommen, kann auch dessen Verfallsdatum auf dem Etikett ausgewiesen werden.

Nach dem Dosieren kann ein Etikett mit dem Verfallsdatum gedruckt werden, um die Topfzeit zu kennzeichnen.


Dosieretikett

Wenn Farben nach dem Druckauftrag von der Maschine zurückgewogen werden, kann nach dem Wiegen ein Rücklauflabel mit Verfallsdatum gedruckt werden. Ist die Farbe abgelaufen, erscheint eine Pop-up-Warnmeldung auf dem Bildschirm, die auf die abgelaufene Farbe hinweist und zur Entscheidung über das weitere Vorgehen auffordert.

Auch unsere
standardisierten Traceability-Reports
zeigen das Verfallsdatum des ausgewählten Behälters (also die Topfzeit) sowie das Dosierdatum an. Damit kann nachgewiesen werden, dass am Produktionstag keine abgelaufenen Farben verwendet wurden.

Verwendbarkeit von Farben versus Risiken beim Einsatz abgelaufener Produkte

In der Praxis können Farben unter Umständen auch nach Ablauf des Verfallsdatums noch funktionieren. So gibt es Fälle, in denen Farblieferanten ungeöffnete, 20 Jahre alte lösemittelbasierte Farben geprüft haben, die nach gründlichem Aufrühren noch verwendbar waren. Dennoch raten Farblieferanten dringend davon ab, Farben nach dem Verfallsdatum einzusetzen. Druckereien, die sich dennoch dafür entscheiden, tun dies auf eigenes Risiko und ohne Haftung des Herstellers. Zudem können ältere Farben Substanzen enthalten, die nach aktueller Gesetzgebung nicht mehr zulässig sind. Neu hergestellte Farben entsprechen hingegen stets den geltenden Normen und Vorschriften. Der Einsatz abgelaufener Farben in Verpackungsmaterialien – insbesondere bei Anwendungen mit Lebensmittelkontakt – wirft darüber hinaus erhebliche Fragen hinsichtlich
Lebensmittelsicherheit und regulatorischer Compliance auf.

Die Bedeutung eines proaktiven Haltbarkeitsmanagements von Farben

Ein effektives Management von Verfallsdaten ist entscheidend für gleichbleibende Druckqualität, geringeren Abfall und die Einhaltung von Branchen- und Lebensmittelsicherheitsstandards. Auch wenn einige Farben technisch über das Verfallsdatum hinaus noch einsetzbar sein mögen, birgt dies Risiken wie Leistungseinbußen, Verstöße gegen Vorschriften und Probleme bei der Lebensmittelsicherheit.

Durch den Einsatz von Lösungen wie GSE Traceability, GSE Return Ink Management und GSE Advanced Logistics können Sie das Haltbarkeitsmanagement optimieren und sicherstellen, dass Farben effizient und innerhalb ihres optimalen Qualitätsfensters verwendet werden. Die automatische Erfassung von Verfallsdaten in Kombination mit Pop-up-Warnungen, Sortierfunktionen und Etikettendruck unterstützt fundierte Entscheidungen beim Farbeinsatz.

Ein proaktiver Ansatz im Haltbarkeitsmanagement hilft nicht nur, kostspielige Fehler und unnötige Verschwendung zu vermeiden, sondern unterstützt auch nachhaltige Arbeitsweisen und die Einhaltung aktueller Vorschriften. Durch den Fokus auf Farbqualität und Sicherheit erzielen Sie bessere Ergebnisse und unterstreichen Ihr Engagement für Umweltverantwortung und Compliance.

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